Reisebericht Riga 2007

... Karte Baltikum
Karte Baltikum

Den nachfolgenden Bericht verfasse ich als Dank an meine Crews für deren Umsicht und Engagement vor allem auf den Langstrecken und Nachttörns sowie in kritisch erscheinenden Phasen. Natürlich auch für nachfolgende Crews als Orientierungshilfe für den Einstieg in eine längere Distanz auf See. Den Abschnitt Missunde-Gdansk (Danzig) erwähne ich hier nur kurz, da dieser im Törnbericht „Gdansk 2004“ ausreichend beschrieben ist und sich keine Veränderungen ergeben haben. Außer vielleicht eine Begegnung der 3. Art mit einer WAVEHUNTERIN (Wellenjägerin) in Łeba. Aber das ist eine andere Geschichte. Allerdings habe ich in diesem Jahr Władysławowo (Großendorf) und in den letzten 3 Jahren Ustka (Stolpmünde) nicht besucht und kann somit über diese Häfen keine neuen Erkenntnisse mitteilen.

Am 01.06.2007 kommt Wolfgang aus Eberswalde in Missunde an Bord. Wir gehen in einer Woche über Maasholm, Burgtiefe Timmendorf/Poel und Wendorf/Wismar (Besuch bei Anita und Jenner) nach Warnemünde/Hohe Düne. Bei moderaten Winden und zumeist Sonnenschein ein Sonntagssegeln.

In Warnemünde kommen am 09.06.2007 Juni Peter und Werner aus Potsdam an Bord. Peter ist Wiederholungstäter, war aber vor einem Jahr nicht dabei. Wir gehen wegen ungünstigem Wind erst nach Kühlungsborn, wieder nach Warnemünde und über Barhöft, Neuhof und Lauterbach nach Greifswald/Yachtzentrum. Das Wetter war nicht mehr so besonders mit sehr unterschiedlichen Windstärken und Richtungen und einem Regentag.

Vom 17. 06. bis 30.06. segel ich einhand von Greifwald nach Gdansk. In Darłowo (Rügenwalde) die zweite Begegnung der 3. Art auf dieser Reise. Die „Schieter“ und die „Pangani“ aus unserem Yachtclub bereits auf der Rückreise von Gdansk. Es wurde ein sehr schöner Abend. Ich habe viel Zeit und nutze in Kołobrzeg (Kolberg) und Łeba mehrere Hafentage für große Wäsche, Reinschiff und Einkäufe. Gdansk beglückt mich wie in den letzten Jahren mal wieder mit schlechtem Wetter.

Montag, 02.07. 2007. Volker kommt an Bord. Mit dem Flieger von Lübeck nach Gdansk in 1 Stunde, Bus und Taxi vom Flughafen zum Boot brauchen 2 Stunden. Da kommt Freude auf. Nach einem Hafentag in Gdansk gehen wir am 04.07. nach Hel als Starthafen für die 110 sm nach Klaipėda. Sauwetter.

Donnerstag, 05.07.2007. Ich habe keinen vernünftigen Wetterbericht und so verlassen wir uns auf einen Wetterbericht des deutschen Nachbarbootes. Das erste und einzige Mal, das ich ohne aktuellen (von mir gefälschten) Wetterbericht eine Reise antrete. Mein Obersteuermann hat wohl auch nichts von einer Front mitbekommen. Wir gehen mit 3 weiteren (größeren) Booten in kurzem Zeitabstand gegen Mittag aus Hel. Nach flauen Winden tagsüber briest es gegen Mitternacht bis auf 7 Bft. auf. Halber Wind, ca. 3-4 sm steuerbord querab in Lee die Seegrenze von Kaliningrad (Königsberg). Volle Segel oben, Gustav (Selbststeueranlage) hat keinen Bock mehr und das Deckslicht brennt nicht. Ich habe Schiss, in stockdunkler Nacht bei ca. 2,50 m Welle an Deck zu gehen um das Groß einzudrehen. Bleibt nur eins, Genua zur Hälfte einrollen und die Pinne in die Hand nehmen. Geht doch, satte 8 kn Fahrt. Wir können fasst bis zum Morgengrauen die Hecklichter der vor uns segelnden Boote sehen. Der Spuk dürfte wohl so 2-3 Stunden gedauert haben. Ich hatte kein Zeitgefühl.

Freitag, 06.07.2007. Nach einer wohl überholten Information aus dem Vorjahr auf der Suche nach dem Immigrations-Office legen wir erst nach einer Stunde herumirren in den Hafenanlagen von Klaipėda im Yachthafen „Old Castle Port“ um ca. 09.00 Uhr an. Die Einklarierung findet jetzt im Gegensatz zu früher im Yachthafen statt. Wir haben einen knackigen Anlegeschluck verdient. Jetzt erst zeigt mir Volker ein Loch in seinem Kopf, blutverschmiert. Er hat sich beim raussammeln meines Südwesters aus der Hundekoje fürchterlich den Kopf an der Ecke eines Schapps gestoßen und hat nichts gesagt. Ich bin heute noch froh, dass er nicht umgekippt ist. Am Nachmittag erkunden wir die City von Klaipėda. Aber wir finden fast nichts. Am „Ännchen von Tarau“ vorbei sind wir wohl in die falsche Straße eingebogen. Menschenleere Prachtstraßen, exklusive Läden, alles geschlossen und kein Supermarkt. Und das an einem Freitag 18.00 Uhr. Sehr merkwürdig das Ganze. Nach ca. 1,5 Std. werden wir doch noch fündig. So runde Füße hatte ich schon lange nicht

... Und die See hat uns wieder
. . . und die See hat uns wieder

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